22.08.2018

Ab in die Fjorde!

Das Islandtief hat uns noch eine Weile fest im Griff und wir müssen tatsächlich ganze vier Tage in Tananger abwettern. Allerdings gibt´s schlimmeres. Mit uns liegen noch zwei weitere Deutsche Schiffe im Hafen. Eine Aluminiumyacht von Sigrid und Henning aus Kamen, mit der sie locker bis in die Antarktis segeln könnten. Dieses Jahr hat es immerhin bis zu den Lofoten gereicht. Sie sind auf dem Heimweg, zurück nach Deutschland. Und dann ist da noch Manuel, der alte Salzbuckel. Ein richtiger Seemann! Mittlerweile 70 Jahre jung und mit einem 6,50 Meter kurzen Langkieler unterwegs. „Das Schiff ist super! Ich zappel noch! Und das nach 14 Jahren Norwegen!“ Manuel fährt jedes Jahr hier herauf. Er liebt Norwegen: „Hier hast du alles was du als Segler brauchst! Wasser, Wind, Sturm, hohe Wellen und viele Steine! Woanders musst du danach suchen!“ 15 Jahre lang ist er auf einem Frachter als Matrose zur See gefahren, danach hat er bis zur Rente im Hamburger Hafen gearbeitet. Mir gefällt seine humorvolle Art und sein Hamburger Dialekt. Nachmittags ist dann auch immer Klönschnack bei Kaffe und Kuchen angesagt. So vergehen die Tage wie im Flug.

Am Sonntag klart es auf und der Wind lässt nach. Aufbruchstimmung. Bevor wir Tananger verlassen und Kurs auf Jørpelland ( 59° 01,1´N  006° 02,5´E ) nehmen, muss Biene noch in den Mast. Die obere Halterung unseres Radarreflektors ist abgerissen, so dass er traurig und kopfüber oben an der zweiten Saling hängt. Doppelt gesichert ziehe ich Biene hinauf.

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Beim Versuch den Radarreflektor zu erwischen, holt sie sich die eine oder andere Blessur, schafft es aber das Teil wieder zu fixieren. Stolz lasse ich sie wieder hinunter an Deck.

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Von Jørpelland aus wollen wir morgen eine Wanderung zum Preikestolen (Predigtstuhl) ( 58° 59,2´N  006° 11,9´E ), einem der berühmtesten Felsen Norwegens, unternehmen.

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Die Marina von Jørpelland.

Der Preikestolen steigt 600 m senkrecht aus dem Fjord auf. Das Panorama von der ungesicherten Plattform soll fantastisch sein. Ein Wehrmutstropfen ist, dass diese Aussicht viele, sehr viele, andere auch geniessen möchten. So wandern wir am darauf folgenden Morgen, nach einer halbstündigen Busfahrt, in Prozessionsmanier die 500 Höhenmeter hinauf zur Felskanzel. Oben angekommen wird man tatsächlich mit einem einzigartigen Felsen und einer wunderschönen Aussicht belohnt.

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Hugo hält natürlich locker mit. Ich muss ihn eher immer etwas einbremsen, sonst würde er ständig den anderen Wanderern zwischen die Beine geraten. Das wäre sowohl für ihn nicht sonderlich schön, noch für den Wanderer, der an der einen oder anderen steilen Stelle schmerzhafte Bekanntschaft mit den Felsen machen würde.

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Nach einer Weile mit viel Aussicht, treten wir den „Prozessionsabstieg“ an. So ist den ganzen Tag ein Kommen und Gehen am Preikestolen.

Zurück in der Marina von Jørpelland treffen wir die „Sailing Conductors“ mit ihrem Schiff „Marianne“.

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Die Zwei sind in einem Musikprojekt um die Welt gesegelt und haben aus über 30 Ländern Musik mitgebracht. Daraus ist ein Musikalbum mit dem Titel „Songs for Marianne“ entstanden. In nächster Zeit soll auch noch ein Kinofilm über das Projekt entstehen. Da kann man nur viel Erfolg wünschen!

Am nächsten Morgen brechen wir mit unserer SALU auf, um in den Lysefjord zu fahren.

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Wir wollen uns den Preikestolen, auf dem wir gestern gestanden sind, auch noch von unten ansehen. Es ist wenig Wind. Wir motoren die 20 Seemeilen und bekommen einen „gut gelaunten“ Lysefjord zu sehen:

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Die Nacht verbringen wir in der Lysefjordmarina (58° 54,4´N  006° 05,9´E ). Leider donnert hier am Abend viel Schwell durch, den die ganzen Ausflugsschiffe rüber schicken. Die SALU wird manchmal ziemlich unsanft gegen die Brücke geworfen. Alle Fender müssen hart arbeiten.

Heute Morgen ist schlechtes Wetter. Dicke Wolken hängen am Himmel und immer wieder fällt leichter Regen. Ab frühen Nachmittag soll der Regen kräftiger werden. Wir entscheiden uns für Stavanger um morgen weiter nach Skudeneshavn (59° 08,9´N  005° 15,5´E ) zu segeln.

Kräftige Böen begleiten uns auf dem Weg nach Stavanger. Bei achterlichem Wind und nur unter Fock „schießt“ unsere SALU mit bis zu 8 Knoten dahin. Stavanger ist schnell erreicht. Den verregneten Nachmittag verbringe ich im Ölmuseum, während Biene und Hugo es sich im trockenen Salon bequem machen - Hugo darf nicht ins Museum hinein. (Und wenn ihr jetzt glaubt, dass ich euch erzähle, was es dort interessantes zu sehen gibt ….. Nee! Selbst hingehen!)

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Admin - 19:55 | Kommentar hinzufügen