Hundstage auf der SY SALU

mit Segelhund HUGO

Unser Törn 2019:

Von Bergen entlang der norwegischen Küste

zu den Lofoten und zurück.

 

11.08.2018

Von Kristiansand (58° 08,5´N 008° 00,2´E ) nach Mandal (58° 01,4´N 007° 27,2´E )

Kris7.jpg
Kristiansand ist mit 86000 Einwohnern Norwegens fünftgrößte Stadt und wichtigster Fährhafen des Landes. Hier legen die großen Linienschiffe aus Newcastle und Göteborg an. Der Gästehafen ist prima und die Segelboote international. Es gibt noch ein weiteres deutsches Boot aus Elmshorn, eins aus Norwegen, eins aus Frankreich, direkt neben uns liegt ein Finne, etwas weiter weg ein Schwede, ein Brite und zwei Holländer.
Wir ziehen uns gerade die Schuhe an um eine Ortsrunde zu drehen, als ein weiteres holländisches Boot kommt. Der Mann steuert, zwei semmelblonde Mädchen sitzen an Deck und die Mama hält die Leinen in der Hand. Der Papa fährt langsam auf den Steg zu und gibt seiner Frau Anweisungen. Als das Boot im „Sprungabstand” zum Steg liegt, will sie an Land springen. Irgendwie muss sie bereits auf dem Boot weggerutscht sein, denn sie kommt nicht richtig vom Boot weg und schlägt mit dem Kopf auf die Stegkante. Sofort fängt sie stark an zu bluten. Was jetzt passiert ist vorbildlich!!! Alle umliegenden Segler springen sofort von ihren Booten und helfen - keiner gafft oder schießt Handyfotos - wie das ja zur Zeit so „trendy“ ist. Die Männer sichern das treibende Schiff, einer ruft die Ambulance, die Frau wird in die stabile Seitenlage gelegt und bekommt eine Druckkompresse auf die Kopfwunde. Wir weisen dem Krankenwagen den Weg und verständigen den Hafenmeister.

Mittlerweile wissen wir, dass es glimpflich ausgegangen ist. Ein paar Stiche am Kopf, einen dicken Kopfverband und einige Tage Kopfschmerzen, dann wird sie wieder die alte sein!

Wir bleiben insgesamt zwei Tage in Kristiansand, nicht zuletzt wegen des Wetters. Der Tag beginnt angenehm kühl. Die große Hitze scheint vorbei zu sein.

Während wir beim Frühstück sitzen, schiebt sich ein Costa Kreuzfahrtschiff in den Hafen, das bedeutet heute wird es kuschelig im Ort. Schätzungsweise 2.500 Passagiere spuckt der Ozeanriese aus und entsendet alle in die Stadt.

Kris1.jpg

Ein deutsches Kind geht auf Hugo zu und sagt: „ Mamma! Sieh mal ein Golden Retriever!“ Als ich Hugo ansehe habe ich plötzlich das Gefühl als wolle Hugo sagen: „Endlich mal jemand, der meine wahre Größe erkennt!“ …

Kris8.jpg
Der “Goldie!”

Kris5.jpg
“Mäcki” mal vornehm!

Kris6.jpg
Unterwegs in der Fußgängerzone von Kritiansand.

Kris3.jpg
Der Hafenbereich von Kristiansand.

Kris2.jpg

Am darauf folgenden Tag ist frühes Aufstehen angesagt. Wir erwarten viel Wind am Nachmittag, deshalb wollen wir im nächsten Hafen sein, bevor der Wind zulegt.

Es geht Richtung Südkap nach Mandal. Am Anfang, unter dem Schutz der kleinen Inseln, sind Wind und Welle noch recht moderat aber dann kachelt es. Wir liegen ordentlich auf der Seite. Die Dünung erreicht eine Höhe von zwei Metern, trotzdem segeln wir gut am Wind und kommen mit um die 6 Knoten zügig voran. Mandal liegt etwas Flussauf mit seinem Hafen super geschützt hinter Steininseln. Der Wind wird die nächsten Tage noch weiter zunehmen - wahrscheinlich müssen wir vier Tage hier abwettern.

Wir kommen gerade recht. In Mandal findet das Highlight des Jahres statt. „Schalentierfestival“. „Klein Oktoberfest“ sozusagen.

Kris4.jpg

4 Tage geht hier die Post ab. Überall Fress-Stände, kleine Bühnen, auf denen den ganzen Tag Musik geboten wird und Fahrgeschäfte mit Überschlag und Schleudertrauma-Garantie. So langsam habe ich genug von der sommerlichen Partylaune der Süd-Norweger. Es wird Zeit, dass wir in nördlichere, ruhigere Gefilde kommen. Von hier aus sind es nur noch vier Schläge bis Stavanger! Aber dazwischen liegt noch die „Norwegische Biskaya“. „Pick Your day!“ ist der Rat derer, die bereits die Strecke von Egersund nach Stavanger hinter sich gebracht haben. 8 Stunden ohne „Schlupfloch“ falls das Wetter dann doch nicht so mitspielen sollte. Allerdings sind die Wetterberichte bisher immer sehr zutreffend gewesen, demnach machen wir uns keine zu großen Sorgen.

Admin - 20:25 | Kommentar hinzufügen